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ULTRA MARATHON | 24.04.2019 | Harald Angerer

Ultra Marathon: Wie bekomme ich Training, Familie und Beruf unter einen Hut?

Ein schwieriger Spagat – natürlich, die Vorbereitung auf einen Ultramarathon erfordert ein gewisses Zeitpensum. So trainiere ich vor einem Ultra teilweise bis zu 15 Stunden in der Woche. Damit ergeben sich aber Herausforderungen, die nicht im sportlichen Bereich liegen. Ultra-Running ist mein Hobby, also gibt´s da noch die Arbeit und bei vielen von uns auch noch eine Familie, wie bei mir noch mit zwei Kindern. Wie bringt man das alles unter einen Hut? Tja, das ist eine gute Frage und wohl bei jedem eine recht individuelle Sache. Trotzdem gibt es viele Gemeinsamkeiten. Zu aller erst braucht es wie in meinem Fall eine sehr tolerante Partnerin. Meine Frau hat großes Verständnis für meine Leidenschaft und unterstützt mich wirklich sehr. Aber ich will auch Zeit mit der Familie verbringen, damit braucht es Zeitmanagement.

Ordentlich Trainieren heißt Regeln aufstellen

Das heißt, es gibt ziemlich klare Regeln. So ist zum Beispiel bei mir üblicherweise der Sonntag trainingsfrei und somit der Familientag. Das Training findet am Samstag statt, da absolviere ich meine langen Läufe, die dann auch mal bis zu acht Stunden dauern können. Doch auch hier versuchen wir Familie und Training zu verbinden. Zum Beispiel vereinbaren wir Treffpunkte, zu denen ich hinlaufe und sie entweder mit dem Auto oder mit der Gondel hinfahren. Dort können wir dann gemeinsam zum Beispiel Eis essen oder wir holen das Mittagessen nach und ich fahre danach gemeinsam mit ihnen heim.

Ab und zu verbinde ich auch die aktive Erholung mit der Familie und wir gehen Radfahren oder spazieren. Diese aktive Erholung spielt generell im Ultralauf eine sehr wichtige Rolle, da die Belastung für den Körper durch das umfangreiche Training groß ist. Aber auch für den Kopf ist es ein wichtiger Faktor. Da ist es dann herrlich ablenkend, wenn man mit Frau und Kindern einfach etwas Wandern geht. Mir ist es zudem wichtig, dass ich meinen Söhnen erkläre, was ich da mache und wieso ich immer wieder abends noch laufen gehe. Sie sollen es zum einen verstehen und natürlich hoffe ich damit auch meine Leidenschaft an sie weitergeben zu können. Es ihnen vorleben und hoffen, dass sie irgendwann auch eine sportliche Leidenschaft finden, die sie so erfüllt wie mich das Trailrunning.

Ich baue mein Ultratraining um Familie und Beruf herum.

Der Sonntag ist dann Ruhetag und für die Familienaktivitäten vorgesehen - zumindest meistens. Das ist aber nicht immer ganz einfach, wenn man zum Beispiel unter der Woche zu wenig trainiert hat. Ich versuche aber trotzdem diesen Tag frei zu halten. Und ich gestehe, es gelingt mir leider nicht immer. Unter der Woche ist es dann etwas anders. Ich habe einen Job, bei dem ich nicht schon um 8 Uhr morgens im Büro sein muss, aber öfters Abendtermine habe. Das versuche ich zu nutzen. Vor allem im Sommer schaue ich, dass ich meine Trainings schon am Morgen absolviere. Damit habe ich zum einen den Terminstress am Abend weg und ich habe auch da wieder Zeit für die Familie. Im Winter gelingt mir das aber selten.

 

Ich bin Journalist und habe damit eine hauptsächlich sitzende Tätigkeit, da ist der Sport ein hervorragender Ausgleich. Ich muss früh raus, weil ich die Kids zur Schule bringe und meine Frau schon sehr früh arbeitet. Damit habe ich dann ab etwa 7:15 Uhr schon Zeit, mich zu bewegen. Eine kleine Laufeinheut mit 60 bis 90 Minuten geht sich da noch gut aus. Ich bin dann auch im Büro deutlich frischer und leistungsfähiger, weil ich schon jede Menge Sauerstoff tanken konnte. Zudem kann ich mir schon die wichtigsten Dinge beim Laufen durch den Kopf gehen lassen. Das ist für mich aber dann nicht ein sich auf die Arbeit konzentrieren, sondern eher dem Geist freien Lauf lassen. Es denkt sich sozusagen von selbst.

Trainingsstrukturen: Organisiere Dein Training

Geht es sich in der Früh nicht aus, dann bleiben noch zwei weitere Varianten. Entweder ich laufe zu Hause am Abend oder ich baue ein Training zwischen dem Büro und dem Abendtermin ein. Hier habe ich die Möglichkeit mich nach dem Laufen frisch zu machen und habe die Zeit wieder optimal genutzt. Schon klar, das geht nur wenn man die Berge zu Hause, als auch in der Arbeit vor der Türe hat. Wichtig ist auf jeden Fall, dem Ganzen eine Struktur zu geben und die Woche zu planen. Ich trage mir die Trainings zum Beispiel in den Terminkalender ein und mache mir schon am Sonntag Gedanken, wie ich die Woche gestalten kann, um mich gut für ein Rennen vorbereiten zu können. Das nimmt viel Druck, sowohl in der Familie als auch in der Arbeit.

 

Auch wenn ich mir hier gute Pläne zurechtgelegt habe, es funktioniert nicht immer und das sollte einem auch bewusst sein. Niemand ist perfekt, also macht euch bloß nicht zu viel Druck. Wenn´s mal nicht geht, dann geht’s halt nicht und eines ist schon klar: Im Zweifelsfall hat Familie und Beruf Vorrang. Denn ohne Rückhalt und den notwendigen Spaß dabei, bringt das beste Training nichts.