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Auf 1350m, in der Gemeinde Rosenlaui in der Schweiz, welche laut Ortstafel die kleinste Gemeinde der Schweiz ist, hat unser Tag um 6 Uhr früh, mit einem Aufstieg durch den steilen Wald, begonnen. Rosenlaui ist umhüllt von einer der unbestreitbar, spektakulärsten Landschaften der Alpen. Die Gletscherhänge und imposanten Nordwände des Wellhorn und des Wetterhorn umringen das Dorf und steigen atemberaubende 2000 Meter empor. Auch die scharfen Kalksteingipfel der Engelhörner kann man sehen. Dieser Ausblick wirkt wie eine unüberwindbare Wand entlang des südlichen Gletschers. Eine Öffnung gibt es jedoch, den Rosenlaui Gletscher.

 

Im Sommer führt ein Weg über den Rosenlaui Gletscher hin zur Dossen Hütte, aber auch dieser ist technisch und führt über Brücken und Leitern, da die Umgebung einfach so steil ist. Wenn man jedoch im Winter diesen Weg bezwingen will erwartet einen eine Menge an Schnee der die Gletscherspalten und Seracs füllt, und eine Passage durch den Gletscher entstehen lässt die einen zur Südseite des Wetterhorns führt. Genau dieses Portal war der Eingang unserer Tour und kaum dort hindurch, offenbarte sich eine Verlängerung des Gletschers und präsentierte uns den Weg entlang des Gletschers Richtung Westen. Wir überquerten den Gletscher bis wir an einem langen, flachen Plateau unterhalb des Wellhornsattel ankamen, von wo aus wir den Gletscher hin zur Südseite des Wetterhorns betraten.

Kaum am Wettersattel hieß es Ski abschnallen, verstauen und dann los zum 30 Minütigen Aufstieg zum Wetterhorn. Von hier hat man wohl einen der schönsten Ausblicke des Berner Oberlandes, umhüllt vom Grindelwald mit Ausblicken bis hin ins Flachland der Schweiz und im Hintergrund die Jungfrau Region mit ihren Gletschern und 4000ern. Wahrlich atemberaubend. Und windig! So verdammt windig. Darum schnell: Abstieg!

 

Zurück am Wettersattel starteten wir sofort den Aufstieg zum angrenzenden Mittelhorn. Von dort kletterten wir mit Steigeisen über die steile Gletscherwand hoch auf den Gipfel auf 3703 Meter. Beim Abstieg, entlang des steilen Grates, dienten uns die Skier am Rücken als Ruder, die wir benutzten, um nicht vom Grat abzukommen. Bis hier haben wir 3000 Meter im Aufstieg zurückgelegt und 600 im Abstieg, alles zu Fuß ohne einer einzigen Abfahrt auf Skiern, obwohl es langsam Zeit wurde für eine Abfahrt!

Für so eine Tour braucht es eine spezielle Art an Bergsteigern, da der Fokus nicht auf der Abfahrt liegt, sondern auf dem Gesamterlebnis. Meine Überlegung war daher ob diese Tour überhaupt interessant für eine To-Do Liste ist, oder allgemein wichtig genug um darüber zu sprechen. Und ich kam zu dem klaren Ergebnis: „Ja“. Es ist definitiv ein Klassiker für alle Bergsteigmasochisten die auf der Suche nach einem Tag voll von vertikalen Metern und gemischtem Terrain sind. Die Führer haben es richtig erkannt, das ist wahrlich die ideale Route um seine Ausdauer unter Beweis zu stellen.

 

Als ich und mein Partner Christoph Moser endlich zurück am Auto waren, nach 8h Auf und Abstieg hat er den Tag perfekt zusammengefasst: „Das war eine der besten Touren die ich je gemacht habe.“ Und Chris weiß definitiv wovon er spricht wenn es um Alpen Skitouren geht. Seine Website CHMOSER ist eine super Datenquelle mit Informationen gesammelt über die letzten Jahrzehnte, im Alpenraum und darüber hinaus. Seiner Zusammenfassung zur heutigen Tour konnte ich nur zustimmen.

Der Beginn der geilen Tour

Speed | 20.09.2017 | von Dan Patitucci

Die geile Tour – ein Gesamtpaket

Ausgehend von Rosenlaui in der Schweiz startet eine Skitour die die drei Gipfel Wetterhorn (3692m), Mittelhorn (3703m) und Rosenhorn (3688m) vereint. Einer meiner Freunde gab der Tour den Namen „geile Tour“, und ich muss gestehen, die Tour hat sich zu einem Ausdauertest für Schweizerbergführer gemausert mit einem inoffiziellen Time-Limit von 12h.

Langsam aber sicher begann mein gesamter Körper zu schmerzen, doch ein Gipfel lag noch vor uns, und Christoph war sichtlich unbeeindruckt von der bisherigen Anstrengung. Für mich waren die letzten Wochen zu entspannt gewesen, Skitouren in Kreta und Bulgarien, gefolgt von einem Lifestyle Shooting auf Meereshöhe in Spanien. Die ganzen vertikalen Meter oberhalb der 3000er Grenze machten mich platt. Aber genau dazu hatte ich mich angemeldet: Rosenhorn time!

Rosenhorn time!

Aufstieg und Abstieg umgeben von Wind

Erschöpft und mit schlackernden Beinen

Der letzte Anstieg zu Fuß führte durch eine enge Bergschlucht, nach der wir endlich am Süd Grat des Rosenhorn ankamen. Von dort kletterte Christoph entlang des langen felsigen Grates hin zum Gipfel. Ich blieb dahinter und wurde auf den Boden geblasen von dem heftigen Wind und rutschte seitlich ab. Auf Grund des starken Windes wurde ich seitlich weiter getragen! Ich fiel nicht nach unten sondern seitlich. Das ist mir davor noch nie passiert!

 

Endlich traf ich am Rosenhorn, dem letzten Gipfel des Tages auf Christoph und nun war es auch endlich Zeit zum Skifahren. Nicht aufsteigen sondern wirklich abfahren. Zwar auf wackligen Beinen, aber endlich fahren.

Die Abfahrt begann mit guten drei Kilometern flachen Windbrettern entlang des Gletschers bis hin zur Westseite des Dossen. Dort fanden wir endlich eine 700m lange, steile Gletscherrampe mit guten Windböen. Endlich hatten wir guten Schnee und die Schmerzen des Tages waren wie verflogen. Am Ende des Gletschers folgten wir anderen Spuren und machten unseren Weg zurück nach Rosenlaui. Vom Tal, über drei Gipfel und wieder zurück brauchten wir 8 Stunden.

 

Es war wirklich hart und ich musste alles geben um es zu schaffen. Aber in retrospektive war es nicht nur ein unglaublicher Moment, sondern der ganze Tag war wahrhaftig ein Gesamtpacket und genau solche sind für mich die besten Erfahrungen.

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The horny tour

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