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TOUR | 15.04.2018 | Igone Campos

Nach zwei Stunden Schlaf klingelt mein Wecker. Schlaftrunken torkele ich ins Bad und mache mich fertig für die Fahrt zum Flughafen nach Bilbao. Die letzten Tage waren stressig. Die Vorbereitungen für meine Reise nach Alaska haben fast jede freie Minute in Anspruch genommen. Und dann hat auch noch ein gewaltiger Sturm das Camp in den Chugach Mountains fast völlig zerstört. Nichtsdestotrotz steige ich in den Flieger nach Seattle. Ein Wechselbad der Gefühle - ungewissheit paart sich mit großer Vorfreude. Gespannt auf die nächsten beiden Wochen versuche ich noch ein paar Stunden zu schlafen.

Nach der Ankunft in Seattle bin ich immer noch nicht munter und der Jetlag gibt mir den Rest. Deshalb suche ich so schnell wie möglich das Hotel für diese Nacht auf. Nach einigen erholsamen Stunden Schlaf geht es direkt weiter nach Cordova in Alaska. Jetzt bin ich hell wach, fast schon hibbelig. Voller Vorfreude bestaune ich die vorbeirauschende Landschaft von oben – unberührtes weites Land wechselt sich ab mit riesigen Pinienwäldern und wilden Bergrücken bedeckt von schimmernden Gletschern.

Durchkreuzte Pläne

Cordova ist eine beschauliche Stadt. Doch schon von hier aus lassen sich die Chugach Mountains in der Ferne erblicken. Eigentlich sollte ich heute mit dem Helikopter zum Basecamp von Point North Heli Adventures (PNH) geflogen werden. Von dort sollten ursprünglich die Touren im inneren Chugach Gebiet starten. Große Neuschneemengen und der Sturm vor einigen Tagen machen es jedoch unmöglich. Alternativ laufe ich morgens die umliegenden Trails ab. Hauptsache Bewegung nach dem langen Flug.

Am nächsten Tag treffe ich dich Guides von PNH und wir beratschlagen wie es in den nächsten Tagen weiter gehen soll. Wir sind uns schnell einige. Alles Weitere besprechen wir bei einer gemeinsamen Skitour rund um Cordova. Nach herrlichen Firnabfahrten und dem ersten Gipfel in Alaska kommen wir nach einem langen Tag zufrieden zurück. Der Start ist geglückt!

Wechselhaftes Wetter bestimmt die nächsten drei Tage. Den kurzen Ausflug zum Sherdian Gletscher nutzen wir für etwas Eisklettern sowie Theorie und Praxis in Spaltenbergung. Für Tag acht und neun ist gutes und stabiles Hochdruckwetter gemeldet. Wenn das Wetter mitspielt fliegen wir morgen mit dem Heli in die inneren Chugach Mountains. Hoffentlich klappt es!

Mit dem Helikopter zum Basislager

Sollte es einen Wettergott geben, dann hat er mein Bitten erhört. Nach einem großen Frühstück hebt der Heli ab und wir fliegen den weißen Chugach Mountains entgegen. Keine Wolke ist am Himmel zu sehen als wir die erste Abfahrt durch die tief verschneite Landschaft in Angriff nehmen. Was für ein Gefühl. Genau so habe ich mir Alaska und mein Mountopia vorgestellt. Wilde und unberührte Berge bereit von uns entdeckt zu werden. Sleep, Eat, Ski, Repeat – so geht auch der nächste Tag mit unvergesslichen Eindrücken und vielen Pulverabfahrten zu Ende.

Trotz der anfänglichen Ungewissheit, wie sich die Reise nach Alaska und mein Mountopia entwickeln wird, war es für mich schlussendlich die Erfüllung eines lang gehegten Traumes. Die Chugach Mountains sind in Natura noch viel schöner als auf jedem Bild, das ich vorher gesehen habe. Nun habe ich sie gesehen und erlebt. Doch wie immer ist die Zeit in den Bergen viel zu kurz. Bestimmt wird es ein nächstes Mal geben. Doch was wird mein nächstes Mountopia sein?

Alaska – Skitourengehen in den Chugach Mountains

Alaska – Skitourengehen in den Chugach Mountains