Fotos: Archiv Luis Stitzinger
Der Manaslu ist mit 8163 Meter der achthöchste Berg unserer Erde. Sein Name kommt aus dem Sanskrit und bedeutet "Berg der Seele". Der ebenso für den Manaslu gebräuchliche Name Kutang leitet sich aus dem Tibetischen ("tang", die Ebene) ab und bezieht sich auf das große Gipfelplateau, das gerade von Norden gesehen, besonders hervorstechend ist. Der Manaslu liegt im Mansiri Himal weit westlich in Nepal und wird im Südosten vom Ganseh Himal, im Nordwesten vom Annapurna Massiv begrenzt. Bekannt ist er deutschen Sprachkreisen durch das seit je her starke deutsch-/österreichisch-/schweizerische Engagement in der Besteigungsgeschichte des Berges und auch durch die beliebte klassische Manaslu-Umrundung, eine Trekkingrunde, die durch das Tal des Buri Gandaki über den Larkya-Pass in das Marsyangdi-Tal führt.
Ziel der Expedition ist es, über die Nordostflanke aufzusteigen und eine vollständige Skibefahrung des Berges zu versuchen.
Zeitraum ist der 9. April bis 22. Mai 2012.
Der Gletscherbeginn ist vom Basislager, 4800 m, schnell erreicht, nachdem man den Moränenrücken, auf dem sich der Lagerplatz befindet, hinter sich gelassen hat. Der Weg über den Gletscher ist zunächst unproblematisch. Die eine oder andere Spalte muss umgangen werden, bis der Platz des ersten Hochlagers (C1, 5600 m) in einem kombinierten Felsriegel erreicht ist. Zum Hochlager 2 (C2, 6600 m) wird das Gelände nun zunehmend steiler und zerklüfteter. Zunächst aber führt eine lange Querung Richtung Nordost auf den Beginn einer Gletscherrampe zu. Hier ist große Vorsicht vor möglichem Eisschlag und entsprechende Eile geboten. Ein Eisbruch mit zahlreichen Seracs und Steilaufschwüngen muss nun über die Rampe durchstiegen werden, um auf die oberen Eisfelder des Manaslu zu gelangen. Fixseile werden an den Steilstufen und Spaltenpassagen angebracht. Genau hier befinden sich auch die großen Serac-Abbrüche, die für den Eisschlag auf der Querung zu Beginn der Etappe sorgen. Nachdem wieder etwas flacheres Gelände erreicht ist, wird das zweite Hochlager auf einer Gletscherterrasse unterhalb des Nordsattels auf ca. 6600 errichtet. Die dritte Etappe führt über eine kurze Flachpassage in steiler werdende Schneehänge hinein, die in Richtung einer Schwachstelle im markanten Seracriegel, erstiegen werden. Unterhalb des Gipfelplateaus muss eine ca. 300 Meter lange, 45 Grad (kurze Einzelstellen auch darüber) steile Schnee- und Eisflanke mit Fixseilen versehen und erstiegen werden, dann gelangt man auf das große Gipfelplateau und errichtet das dritte Hochlager (C3, 7400 m) möglichst windgeschützt in einer Mulde. Auf der Gipfeletappe führen weite, wenig steile Schneehänge in nordwestlicher Richtung zum Gipfel empor, der nach einer kleinen Einsattelung über einen wenige Meter langen exponierten Schneegrat erstiegen wird. Der Weg ist technisch wenig schwierig aber dafür lang. Nach dem Abbau der Lagerkette und dem Abstieg vom Berg – dies wird nochmals 2 Tage in Anspruch nehmen – findet sich alle wieder im Basislager ein.
Alle weiteren Infos und aktuelle Berichte sowie der Expeditionsablauf sind auf
hier einsehbar.